Kapok

KAPOK

eine Naturfaser feiert ihr Comeback!

Abgesehen von ein paar Experten haben viele Menschen wahrscheinlich noch nie von Kapok gehört. Die deutsche Bezeichnung Seidenwollbaum hilft da auch nicht weiter.

Was ist Kapok?

Damit wird eine Naturfaser bezeichnet, in die der Seidenwollbaum oder Kapokbaum seine Früchte hüllt. Die Kapokfasern sollen die Samen schützen und ihre weite Verbreitung durch Meeresströmungen ermöglichen. Dazu tragen die besonderen Eigenschaften der Kapokfasern bei. Der Kapokbaum ist in Südostasien beheimatet. Der Name leitet sich aus der malaiischen Sprache ab. Kapokfasern werden auch als Pflanzendaunen bezeichnet. Sie wurden früher als Füllmaterial für Matratzen, Kissen und Bettdecken verwendet, gerieten jedoch nach dem Aufkommen der Kunstfasern allmählich in Vergessenheit.

Welche Eigenschaften zeichnen Kapok aus?

Die Pflanzendaunen sind die nach Pappelflaum die leichtesten natürlichen Hohlfasern. Eine durchschnittliche Kapokfaser ist ungefähr 19 mm lang. Die Fasern sind sehr dünnwandig. Ihr Volumen besteht zu 80 Prozent aus Luft. Deswegen sind Kapokfasern sehr tragfähig. Im Wasser können sie bis zum Dreißigfachen des Eigengewichts tragen. Im Vergleich mit anderen Naturfasern besteht Kapok nur zu etwa 35 Prozent aus Zellulose. Dafür ist der Anteil an Lignin (eine Art Kitt) mit ca. 20 Prozent sehr hoch. Kapokfasern sind sehr leicht und weich. Da sie außen von einer Wachsschicht umhüllt sind, stoßen sie Wasser ab.

 

Die natürlichen Eigenschaften des Kapok:

– wasserabweisend
– wärmedämmend
– leicht und voluminös
– atmungsaktiv

Wofür wird Kapok verwendet?

Die Naturfasern wurden traditionell als Füllmaterial für Kissen, Decken und Polstermöbel verwendet. In Indonesien ist das bis heute noch der Fall. In den Industrieländern gerieten Kapokfasern durch das Ende der Kolonialzeit und die Massenproduktion von synthetischen Fasern in Vergessenheit. Der hauptsächliche Einsatz der Fasern ist als Füllmaterial für Rettungsringe und Rettungswesten. Auf Sportbooten werden oft mit Kapokfasern gefüllte Kissen benutzt, weil sie im Notfall als Schwimmhilfe verwendet werden können. Die Fasern saugen Öl auf. Das wird manchmal genutzt, um mit den losen Fasern Öllachen zu binden. Im Jahr 2006 entwickelte eine deutsche Firma ein Verfahren, mit dessen Hilfe Mischgarne hergestellt werden können. Sie bestehen aus 85 Prozent Baumwolle und 15 Prozent Kapok. Die Garne werden zum Beispiel zur Produktionen von Hemdenstoff verwendet. Im Bauwesen werden Kapokfasern gelegentlich zur Trittschalldämmung verwendet.

 

Kapok

Welche Nachteile hat Kapok?

Die Wachsschicht, mit der die Fasern umhüllt sind, sorgt zwar für die wasserabweisende Eigenschaften, ist zugleich aber auch ein Nachteil, weil dadurch Kapokfasern feuergefährlich sind. Unter anderem wird der verheerende Brand des Passagierschiffs “Normandie”, der 1942 im New Yorker Hafen bei Umbauarbeiten ausbrach, auf Polstermöbel und Kissen mit Kapokfüllung zurückgeführt. Darüber hinaus lassen sich Kapokfasern nur schwer verspinnen, so dass der Einsatz bis heute im Wesentlichen auf Füllmaterial beschränkt bleibt. Kapokfasern haben einen hohen Abrieb (Staub).

 

 

Wie wird Kapok gepflegt?

KapokKissen oder Decken aus Kapokfasern werden am besten nur aufgeschüttelt und dem Sonnenlicht ausgesetzt. Waschen wird im Allgemeinen nicht empfohlen. Höchstens Mischgewebe mit einem Baumwollanteil von mindestens Zweidrittel können bei 60 Grad gewaschen werden. Kapokmatratzen sollten zur Reinigung abgebürstet werden.

 

Wie sieht die Zukunft von Kapok aus?

KapokDie Fasern werden in letzter Zeit wieder interessant, weil sie naturbelassen verarbeitet werden. Weder bei der Ernte noch bei der Verarbeitung werden Chemikalien eingesetzt. Dazu kommt, dass Kapokbäume anspruchslose Pflanzen sind, die an vielen Orten in den Tropen gedeihen. Beispielsweise exportieren Nigeria und Tansania größere Mengen der Pflanzendaunen. Die Kapokbäume werden nicht in Plantagen angebaut. Die Früchte mit ihren Fasern werden mit der Hand von wildwachsenden Bäumen geerntet. Das macht Kapok zu einer ökologisch wertvollen, weil nachhaltigen Naturfaser. Für viele wenig entwickelte Länder könnte Kapok eine wertvolle Einnahmequelle werden.

 

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Kapok ist ein Füllmaterial für Kissen oder auch Kuscheltiere, das Kissen und Kuscheltiere, Kapok wird vom Kapokbaum gewonnen und ist in Asien und Europa immer mehr im Trend.